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Deutschland und Bolivien: Bilaterale Beziehungen

15.10.2020 - Artikel

Die bilateralen Beziehungen zwischen Bolivien und Deutschland sind gut. Seit einigen Jahren findet ein regelmäßiger Austausch statt.

In Bolivien existieren für die deutsche Wirtschaft interessante Investitionsmöglichkeiten, vor allem im Infrastrukturbereich (Straße und Schiene), Energiesektor (herkömmlich und erneuerbar), Gesundheitssektor sowie bei der Lithiumgewinnung einschließlich Batterieherstellung und der chemischen Industrie. Der bilaterale Handel zwischen Deutschland und Bolivien betrug im Jahr 2019 knapp 300 Millionen Euro. Bolivianische Exporte nach Deutschland lagen bei 168 Millionen Euro; bolivianische Importe aus Deutschland bei 127 Millionen Euro. Bolivien exportiert überwiegend mineralische Rohstoffe (Blei-, Zinn-, Silbererze) und landwirtschaftliche Produkte (Nüsse, Kaffee, Sojaprodukte, Quinoa und Hirse) sowie Leder- und Textilwaren nach Deutschland und importiert Maschinen, Haushaltsgeräte, Fahrzeuge und Fahrzeugteile, chemische und pharmazeutische Produkte, Elektrotechnik sowie Mess- und Regeltechnik aus Deutschland.

Die drei Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit mit Bolivien sind Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, ländliche Entwicklung und Umwelt sowie Energie mit Fokus auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Dezentralisierung, Umwelt- und Klimaschutz, Gender- und Indigenenorientierung sowie Berufsbildung sind wichtige Querschnittsthemen. Die Unterstützung Boliviens zur Umsetzung der Agenda 2030 und der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen ist Leitmotiv der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit.

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Bolivien gehen zurück auf die erste große Migrationswelle deutscher Kaufleute und Handwerker Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Die Deutsche Kulturgemeinschaft (Centro Cultural  Alemán) besteht seit über 100 Jahren, die deutschen Schulen in La Paz und Santa Cruz seit 97 bzw. 84 Jahren. 2019 feierte das Goethe-Institut seine 65-jährige Präsenz in Bolivien. Die bilaterale Handelskammer wurde 1955 gegründet.

Weitere Informationen

Bolivien ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf mittel- und langfristige strukturelle Reformen und ist armutsorientiert angelegt. Schwerpunkte sind die Reform von Verwaltung und Justiz sowie die Stärkung der Zivilgesellschaft, dazu Sicherstellung der Wasserversorgung, verbessertes Abwassermanagement und die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Näheres dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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