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Wasser und Abwasser

Junge trinkt Wasser aus Schlauch

Wasser, © KfW La Paz

Artikel

Das Recht des Menschen auf Wasser und Sanitärversorgung ist in der Verfassung des Plurinationalen Staates Bolivien festgelegt.

Eine der erklärten Prioritäten der bolivianischen Regierung besteht darin, den Zugang zu einer nachhaltigen Wasser- und Sanitärversorgung für alle Bolivianer bis 2025 zu erreichen. Heutzutage haben in Bolivien rund 84% der Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser. Trotz großer Fortschritte in den letzten Jahren sind noch immer 35% der ländlichen Bevölkerung nicht mit Trinkwasser versorgt. Der Ausbau und der nachhaltige Betrieb der Sanitärinfrastruktur befindet sich in deutlichem Rückstand (2014: Deckungsgrad 63% in der Stadt, 42% auf dem Land, landesweit 57%). Zudem werden die erreichten Erfolge durch das rasche Wachstum der Stadtrandgebiete (knapp 70% der Bolivianer leben bereits in Städten) gefährdet.

Die für Wasser und Abwasser zuständigen Einrichtungen besitzen in vielen Fällen noch nicht die notwendigen finanziellen und technischen Ressourcen und das Personal, um die Wasserversorgungsbetriebe und munizipalen und departamentalen Verwaltungen zu stärken und zu professionalisieren. Für die häufig komplexen Investitionen in Wasser- und Sanitärinfrastruktur stehen keine ausreichenden Mittel zur Verfügung. Im Bereich Abwasser führt dieses zu negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, insbesondere von Kindern.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit trägt dazu bei, die Verfügbarkeit von Trinkwasser- und Abwassersystemen in kleinen und mittelgroßen Städten sowie Stadtrandgebieten zu verbessern, und unterstützt dabei, institutionelle Strukturen im Sektor effizienter und effektiver zu gestalten.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt

  • bei der Optimierung der sektoralen Rahmenbedingungen. So unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit das bolivianische Umwelt- und Wasserministerium (MMAyA) und seine nachgeordneten Stellen bei der Ausarbeitung politischer Strategien, die den gesetzlichen und normativen Rahmen für den Sektor vorgeben, sowie bei Finanzierungsfragen und der Stärkung der Institutionenlandschaft. Dabei wird ein integraler Ansatz verfolgt und Querbezüge zu anderen Themen wie Ernährung, Umwelt, Energie gestärkt.
  • bei der Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele, die im Sektorplan für Entwicklung der sanitären Grundversorgung festgelegt sind. Die sanitäre Grundversorgung soll zugänglich und nachhaltig sein und unter Beteiligung der Nutzer verwaltet werden.
  • bei der Ausweitung des nachhaltigen Zugangs zu Trinkwasser- und Abwassersystemen. Die deutsche EZ trägt weiterhin dazu bei, den Deckungs- und Anschlussgrad zu erhöhen, vor allem im Bereich Abwassersysteme. Aus- und Fortbildung spielen dabei eine wichtige Rolle.
  • bei der Verbesserung der Verwaltung und des Betriebs von Trinkwasser- und Abwasserunternehmen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit arbeitet mit den Sektorinstitutionen (EMAGUA, SENASBA und AAPS) in den Bereichen Infrastruktur, Administration, Qualität der Wasserver-/Abwasserentsorgung zusammen und berät bei der Einführung von sozialen und nachhaltigen Tarifsystemen und Qualitätskontrollen.
  • bei der Konzeption und Durchführung von Aufklärungsmaßnahmen in den Themen sanitäre Bildung und sparsamer Umgang mit Wasser.

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