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Energie

Solarenergie im Anden-Hochland

Solarenergie im Anden-Hochland, © GIZ La Paz

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Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit arbeitet im Rahmen des globalen Programms Energizing Development (EnDev), das von den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien, der Schweiz und Schweden kofinanziert wird, in mehr als 200 Gemeinden Boliviens.

In Bolivien hat fast jeder zweite ländliche Haushalt keinen Zugang zu Elektrizität. Viele Schulen, Krankenstationen und soziale Einrichtungen außerhalb der Städte verfügen über keinen Zugang zu modernen Energiequellen. Gleichzeitig erschwert das Fehlen von Elektrizität die Entwicklung des Produktionssektors in ländlichen Gebieten. Biomasse ist die Hauptenergiequelle; 80% der Haushalte verwendet diese zum Kochen auf traditionellen Feuerherden, welche durch Rauchentwicklung Gesundheitsschäden vor allem bei Kindern, Frauen und alten Menschen verursachen.

Bolivien erzeugt seine Energie zu fast 60% auf Basis fossiler Energieträger - mit entsprechenden negativen Folgen für das Klima. Photovoltaik, Windkraft und Geothermie nutzt das Land trotz großer Potenziale nur in einzelnen Demonstrationsprojekten. Für die Nutzung der Solarenergie gehört das Anden-Hochland weltweit zu den besten Standorten. Das möchte die bolivianische Regierung nutzen und so die Energieerzeugung diversifizieren. Dies hat sie im Entwicklungsplan für alternative Energien 2025 dokumentiert.

Energie für Haushalte, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit implementiert das globale Programm „Energizing Development (EnDev)“ durch die GIZ in 24 Ländern weltweit. Finanziert wird das Programm von Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Großbritannien, der Schweiz und Schweden.

EnDev ermöglicht durch finanzielle Zuschüsse den Anschluss von Dörfern und Kleingewerbe an das örtliche Stromnetz. Durch die Verbreitung von effizienten Kochöfen, die die Hälfte des Feuerholzes einsparen und keine Rauchentwicklung verursachen, wird die Gesundheits- und Umweltsituation deutlich verbessert. Die Verbreitung von kleinen Solarlampen hilft, die Sicherheit im Dorf zu erhöhen, und ermöglicht das Lernen in der Nacht. So konnte in den letzten zehn Jahren rund 1 Mio. Menschen Zugang zu moderner Energie ermöglicht werden. Davon kochen nun mehr als eine halbe Mio. Frauen auf effizienten Kochherden, durch die Gesundheitsschäden deutlich reduziert und zugleich der Brennholzverbrauch im Vergleich zum traditionellen Herd um 50% gesenkt wurde.

Zudem finanziert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Zusammenarbeit mit den Energieministerium und dem staatlichen Energieversorger ENDE in den Departamentos La Paz, Potosí und Santa Cruz den Bau von insgesamt vier Kleinwasserkraftwerken, die durch die Erzeugung von rund 1,7 MW über 700 Familien direkt versorgen und deren Energie zum Teil auch in das nationale Energienetz eingespeist werden soll.

Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Ziel des Programms für Erneuerbare Energien (PEERR) ist die Verbesserung der Voraussetzungen für den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Steigerung der Energieeffiziez. PEERR berät u.a. Verantwortliche aus dem Ministerium für Energie, wie sie erneuerbare Energien und Energieeffizienz fördern und die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen können. Dies führt zu einer Erhöhung der Nutzung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienzpotenziale mit einer positiven Wirkung für das Klima. Deutschland bietet in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz einen großen Erfahrungsschatz, technologisches Know-how und innovative Anwendungsideen. Durch mögliche Kooperationen mit deutschen Unternehmen und Forschungseinrichtungen soll Bolivien davon profitieren.

Tätigkeiten und Auswirkungen

  • Dank der vereinten Aktivitäten auf Regierungs-, Departaments- und lokaler Ebene konnten seit 2005 fast 1 Mio. Menschen sowie rund 900 Schulen und Krankenstationen in ländlichen Gebieten der Zugang zu Energie ermöglicht werden.
  • Mit der Versorgung von rund 40.000 Haushalten mit Elektrizität hat die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zu einer bedeutenden Verringerung des Ausstoßes von 1.500 t Kohlenmonoxid pro Jahr beigetragen.
  • In Zusammenarbeit mit dem öffentlichen und privaten Sektor wird die Einführung von verbesserten Kochherden unterstützt, die zu einer Verringerung des CO-Ausstoßes um 96% in den Haushalten führen sollen. Die verringerte Kohlenmonoxid-Exposition reduziert das Risiko von Lungenerkrankungen vor allem bei Frauen, die dem Rauch der traditionellen Feuerherde ausgesetzt sind. Dank der Nutzung verbesserter Kochherde wurde der Brennholzverbrauch im Vergleich zum traditionellen Herd um 50% reduziert.
  • Stromversorgungsbetriebe werden bei der Planung, dem Bau und Betrieb von Wind- und Solarparks unterstützt, die an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden. Dadurch wird die Qualität der Anlagen gesichert.
  • Mit Bildungseinrichtungen analysiert das Projektteam den Ausbildungsbedarf für Techniker und Fachkräfte, entwickelt Curricula und berät die Bildungseinrichtung bei der Einführung einer praxisnahen Aus- und Fortbildung.

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